Stolpersteine der Geschichte

Bei einem Spaziergang über den Kieler Parkfriedhof Eichhof entdeckte ich ein großes Feld, auf dem die Opfer der Bombenangriffe auf Kiel im Zweiten Weltkrieg beigesetzt worden sind. Stutzig machten mich die ein wenig abseits gelegenen zahlreichen Grabsteine mit ausländischen, darunter auch polnischen, Namen, sowie ein Gedenkstein, dessen Inschrift in russischer Sprache der Menschen gedachte, die in deutscher Kriegsgefangenschaft gestorben waren.

Grabstein des Polen Michał Ignaczak. Die kleine schwarze Gedenktafel haben die Kinder von Ignaczak im Jahr 2003 auf das Grab gelegt. Die Inschrift lautet: Die Erinnerung stirbt nie. Zum 60. Todestag unseres geliebten Vaters, Tochter Irena, Söhne Józef, Stanisław Ignaczak, 15. September 2003

Grabstein des Polen Michał Ignaczak. Die kleine schwarze Gedenktafel haben die Kinder von Ignaczak im Jahr 2003 auf das Grab gelegt. Die Inschrift lautet: Die Erinnerung stirbt nie. Zum 60. Todestag unseres geliebten Vaters, Tochter Irena, Söhne Józef, Stanisław Ignaczak, 15. September 2003 Foto: Hilbert

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Stationierung des US-Raketenabwehrsystems in Polen unter Dach und Fach

Raketenabwehrsystem in einem dänischen Museum.

Ausgemusterte Radaranlage und Boden-Luft-Rakete in einem dänischen Museum. Foto: Hilbert

In Warschau haben heute die US-Außenministerin Condoleezza Rice und der polnische Außenminister Radosław Sikorski ein Abkommen über die Stationierung eines US-Raketenabwehrschilds in Polen unterzeichnet. Obwohl die Regierungen beider Länder betont haben, dass das Schild ein ausschließlich defensives Systems gegen eventuelle Angriffe aus Staaten wie dem Iran sei, wurde die Stationierung des Raketenabwehrschilds in Polen aufs Schärfste von Russland kritisiert, das sich bedroht fühlt und bereits mit Gegenmaßnahmen gedroht hat.

In einer Fernsehansprache gestern Abend wies der polnische Staatspräsident Kaczyński die Kritik aus Russland zurück. Er unterstrich, dass niemand Polen diktieren könne, was es zu tun habe. Diese Zeiten seien vorbei. (bw)

Kaczyńskis „Nein“ zur russischen Dominanz

Frosch

Harte Worte fielen am Dienstag aus dem Mund des polnischen Präsidenten, Lech Kaczyńskis, der nebst den Staatsoberhäuptern der Ukraine, Litauens, Lettlands und Estlands nach Tbilisi reiste, um mit ihnen zusammen Solidarität mit Georgien zu bekunden. In einer gefühlsbetonten Ansprache prangerte Lech Kaczyński das Vorgehen der Russen in Ossetien an: „Das erste Mal seit längerer Zeit haben unsere Nachbarn das Gesicht gezeigt, das wir seit Hunderten von Jahren kennen. Diese Nachbarn sind der Meinung, dass die angrenzenden Nationen ihnen untertan sein müssten. Wir jedoch sagen: nein!“ Mit den Nachbarn meinte er die Russen.

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“Solidarität mit Tibet”

Solidarität mit Tibet

Gazeta Wyborcza mit Solidaritätsbekundung für Tibet. Foto: Hilbert

Unübersehbar solidarisiert sich heute, am Tag der Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking, die polnische Tageszeitung Gazeta Wyborcza mit dem Unabhängigkeitskampf der Tibeter. In den Außenseiten einer Sonderbeilage zu diesem Thema ist die Fahne von Tibet mit den Lettern “Solidarni z tybetem”, dts. “Solidarität mit Tibet” abgedruckt. Weiterlesen

Fotografieren verboten

Verbotsschild

Nervig: Fotografieren verboten in der Dreifaltigkeitskirche in Lublin. Foto: Hilbert

In polnischen Museen ist das Fotografieren oft nur gegen die Entrichtung eines Obolus erlaubt, der auf die Eintrittskarte aufgeschlagen wird. In anderen Museen – und auch in einigen Kirchen – sind Aufnahmen mit dem Fotoapparat oder der Videokamera dagegen nicht gestattet. In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Museen das Verbot jedoch aufgehoben, zum Beispiel das Rechtstädtische Rathaus in Danzig. Weiterlesen

5. August – Umbauarbeiten in Lubliner Burg abgeschlossen

Dreifaltigkeitskirche in Lublin

Dreifaltigkeitskirche in Lublin

Die Umbaumaßnahmen in der Lubliner Burg sind abgeschlossen. Der weiße Anstrich der Burg wurde durch ein helles Beige ersetzt und die Arkaden im Innenhof, die sich südlich vom Eingang befinden, sind mit großen Glasscheiben geschlossen worden und beherbergen jetzt die Museumskasse. Besucher, die die Dreifaltigkeitskirche besichtigen möchten, müssen jetzt auch nicht mehr unbedingt das Burgmuseum durchqueren. Ein Zugang vom Hof aus wurde für Besucher geöffnet. Besucher können die Kirche aber auch weiterhin durch das Burgmuseum erreichen. Weiterlesen

4. August – „Horror na meczu. Policja: Incydent“

„Horror na meczu. Policja: Incydent“ (dts.: Horror beim Fußballspiel. Polizei: Unruhen“) titelt heute die Lubliner Lokalausgabe der Tageszeitung Gazeta Wyborcza. Mein Auto hat das Fußballspiel ohne Kratzer überstanden, weil sich die Fans von Motor Lublin und Widzew Lódź die Köpfe im Stadion eingeschlagen haben und nicht auf dem bewachten Parkplatz, auf dem unser Auto steht. Mehrere von ihnen mussten in Krankenhäuser eingeliefert werden. Das sei ganz normal bei Fußballspielen in Lublin, lese ich in der Zeitung. Auf den beiden Titelfotos dreschen Fans aufeinander ein und Trikots und Fanschals hängen brennend über einem Zaun am Spielplatzrand. Ganz nebenbei: Motor Lublin hat gegen die Mannschaft aus Lódź 0:1 verloren. Den Siegtreffer erzielte Łukasz Masłowski in der 15. Spielminute. (fh)

3. August – ein Lied auf Männerlippen

Anmeldung zu einer Pilgerfahrt nach Tschenstochau

Anmeldung zur Pilgerfahrt nach Tschenstochau

Morgens um 8 Uhr weckt mich Männergesang von der Straße. Eine Kompanie polnischer Soldaten mit Fahnen und Transparenten marschieren zum Lubliner Dom. Dort nimmt die Paradekompanie an einem Gottesdienst mit 3.000 Gläubigen aus Polen, Kuba, Belgien und der Ukraine teil, den Erzbischof Józef Życiński hält. Nach der Messe brechen die Gläubigen (einschließlich der Soldaten) zu einer Pilgerfahrt nach Tschenstochau auf, das sie am 14. August erreichen werden. (Foto: Anmeldung zur Pilgerfahrt nach Tschenstochau vor dem Lubliner Dom) (fh)